Nahwärme: Potenziale im Gewerbegebiet nutzen

Schwäbische Zeitung 24.06.2015:

Gemeinde und Energieagentur informieren Unternehmer aus Hohentengen über ein mögliches Quartierskonzept

 

Im Gewerbegebiet Bachäcker in Hohentengen könnte ein gemeinsames Nahwärmenetz Synergien schaffen. Schulneubau und Gögehalle (rechts) ließen sich leicht anschließen.

Hohentengens Bürgermeister Peter Rainer und Wirtschaftsförderer Alexander Leitz könnten sich gut vorstellen, für das Gewerbegebiet Bachäcker ein so genanntes Quartierskonzept zu erstellen, in dem Energieverbrauch und Gebäudesubstanz sowie Nah- und Abwärmenutzung und Entwicklungspotenziale dargestellt sind. Unter Umständen lohne sich sogar ein gemeinsames Nahwärmenetz, an das auch die Gögeschule angeschlossen werden könnte.

 

Bei einer Informationsversammlung stellten die beiden diese Idee mit Michael Maucher von der Energieagentur Ravensburg einigen Unternehmern vor. „Wichtig ist für uns zunächst einmal zu erfahren, ob prinzipiell Interesse an einem solchen Konzept betsteht“, erklärte Bürgermeister Rainer. Sollte sich ungefähr die Hälfte der 20 im Gewerbegebiet angesiedelten Betriebe dazu bereit erklären, sich auf Energieverbrauch, Wärmeabgabe und Gebäudezustand untersuchen zu lassen, könne eine Bestandsaufnahme in Angriff genommen werden.


„Je nachdem, was diese Gutachten ergeben, kann nach individuellen Lösungen gesucht werden“, so Wirtschaftsförderer Leitz. Dies könne beispielsweise sein, dass ein Unternehmen die Abwärme eines anderen nutze oder alle an ein gemeinsames Blockheizkraftwerk angeschlossen würden, das theoretisch auf dem Grundstück der Gemeinde an der Gögeschule Platz fände. „Es kann aber auch sein, dass wir zu dem Ergebnis kommen, dass keine weiteren Synergien geschaffen werden können oder eine gemeinsame Anlage zu unwirtschaftlich ist“, so Leitz. „Dafür brauchen wir aber die Analyse.“


Schule soll nicht im Fokus stehen


Die Vermutung eines Unternehmers, die Gemeinde brauche die Betriebe lediglich, um für die Gögeschule eine gesicherte Heizungsanlage auf die Beine zu stellen, wies Bürgermeister Peter Rainer klar von sich. „Durch den Neubau eines Gebäudes wird die Schule viel weniger Energie benötigen als bisher. Wir werden uns mit dem Gemeinderat für ein Energiekonzept für die Schule entscheiden, ganz unabhängig davon, ob im Gewergebiet etwas Eigenes entstünde. „Wenn sich allerdings eine gemeinsame Möglichkeit ergibt, können wir die Pläne für die Schule immer noch kurzfristig ändern.“
 

Ein Vorteil für die Unternehmer wäre, so Energieberater Michael Maucher, dass sie einmal einen kompletten Überblick über ihren eigenen Betrieb bekämen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass oft immense Mehrkosten enstehen, weil sich Privatleute und Unternehmer immer nur auf den nächsten vom Gesetzgeber geforderten Schritt zur Energieeinsparung oder dem Einsatz von erneuerbaren Energien fokusieren und dabei das Gesamtkonzept für ihr Unternehmen aus den Augen verlieren.“


Einige der anwesenden Unternehmer konnten sich spontan vorstellen, einen solchen ersten Schritt mitzutragen. Jeder müsse jedoch am Ende für sich die Kosten und Nutzen abwägen und für sich entscheiden. Die Erstellung eines Quartierskonzept würde, so Leitz, zu 65 Prozent über Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert werden. Einen Teil würde die Gemeinde zuschießen und ein noch festzulegender Eigenanteil verbliebe bei den Unternehmern.

Zeitlich haben es sich Bürgermeister Rainer und Wirtschaftsförderer Leitz so vorgestellt, dass sie bis zur Sommerpause das Interesse der Unternehmer im Gewerbegebiet abfragen und das Thema erst dann dem Gemeinderat vorlegen, wenn so viele mitmachen würden, dass eine weitere Planung Sinn macht. „Ich gehe aber davon aus, dass die Gemeinderäte einem solchen Quartierskonzept generell offen und positiv gegenüberstehen“, so Rainer. Weil die Sommerferien aus Verwaltungssicht schon fast vor der Tür stehen, wird Alexander Leitz in den kommenden Wochen noch einmal persönlich das Gespräch mit den Unternehmern suchen. Dort sollen auch die Kosten, die bei einer Bestandsaufnahme auf die einzelnen Unternehmer zukommen, besprochen werden. Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Energie- und Gebäudecheck bis zu 2000 Euro kosten wird. „Die Ergebnisse bleiben dem Unternehmer, auch wenn er später nicht bei einem Nahwärmekonzept dabei wäre“, so Leitz.

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