"3D-Dorf" - Patent für wirksame Innenentwicklung

Aus jahrelanger Erfahrung mit zahreichen Dorfentwicklungsmaßnahmen und Modellvorhaben entstand die Idee des "3D-Dorfs". Um sicherzustellen, dass die Innenentwicklung erfolgreich und wirksam ist, sollen die Ortschaften in drei Dimensionen entwickelt werden:

1. Dimension „Gebäude“

Dieser Teil der herkömmlichen Dorfentwicklung wird im Wesentlichen im städtebaulichen Konzept abgearbeitet. Hier geht es um jedwede „Gebäude-Freiflächen-Hardware“. In der Vergangenheit beschränkte sich die Dorfentwicklung ohne einen weiteren strategischen Ansatz auf diese erste Dimension.

2. Dimension „Menschen“

Für die Zukunftsfähigkeit von Ortschaften ist die „Gebäude-Hardware“ im Grunde genommen fast nachrangig zu sehen. Die Dorfentwicklung ist heute teilweise sogar zu „gebäudelastig“, da die Architektur und die „ideale“ Stadtplanung eine sehr große Bedeutung genießen. Die Gebäude und auch die Architektur sind zweifellos sehr bedeutend und sollen auch im städtebaulichen Konzept einen entsprechenden Stellenwert erfahren. Auch Empfehlungen und Leitbilder sollen es hier geben. Wichtiger als die Gebäude sind aber die Menschen. Die Hardware folgt immer der Software. Die Architektur und Stadtplanung sollen deshalb den Menschen folgen und nicht umgekehrt.

Die Betrachtung dieser 2. Dimension ist auch die Ursache für die weiteren unmittelbaren Erfolgsfaktoren der Innenentwicklung des strategischen und vernetzten Dorfmanagements welche sich direkt am zukünftigen Bedarf der Bevölkerung einer Gemeinde im ländlichen Raum orientiert.

Untermauert wird dieser Ansatz auch durch die zeitgemäße Politik der Bürgerbeteiligung. Diese Politik des Gehörtwerdens soll mit der 2. Dimension der Innenentwicklung gezielt umgesetzt werden.

3. Dimension „Aktion“

Die Betrachtung zahlreicher Gemeindeentwicklungskonzepte zeigt, dass bei breit angelegten Konzepten und theoretischen Analysen die tatsächliche Realisierung häufig ins Stocken gerät. Aufgezeigte Potenziale werden nicht abgerufen, Erwartungen der Bürger werden enttäuscht. Die Akteure laufen Gefahr eher in einen kurzfristigen Aktionismus zu verfallen, der dann „im Sande verläuft“. Die Maßnahmen bleiben ohne nachhaltige Wirkung.

Wenn sich die Gemeinde Hohentengen auf den Weg der strategischen Innenentwicklung begibt, ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten mit den Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Sobald man die Hürden wirksamer Innenentwicklung im Vorfeld erkennt, kann man erforderliche Hebel und Maßnahmen ansetzen. Man wird vermutlich nicht immer und überall die gewünschten Erfolge erzielen aber man bleibt vor Enttäuschungen verschont.

Mit der 3. Dimension „Aktion“ soll im Vorfeld bereits deutlich gemacht werden, dass die einzelnen Bereiche mit tatsächlichen wirksamen Aktionen belebt werden sollen, bzw. müssen:

Weitere Ziele der „Aktion“:

  • Die Konzepte stets im Lichte einer tatsächlichen Realisierung aufzustellen und die einzelnen Bereiche mit Projekten in einer konzertierten Aktion zum Leben zu erwecken.

  • Suche nach „Best-Practice-Lösungen“, mit denen andernorts vorhandene Hürden bereits erfolgreich überwunden wurden.

  • In allen Bereichen – auch für die Bürger - weitere Förderprogramme aufzeigen, die Einzelmaßnahmen realisierbar machen können (Bsp. ELR, LEADER, etc...)

  • Es geht darum, die Menschen nicht nur zu informieren, sondern zum Handeln zu bewegen. Der Mehrwert einer lebenswerten und zukunftsfähigen Gemeinde soll für die Bürger hier Motivation sein.